Die wichtigsten Finanzbegriffe für deine Lebensplanung — verständlich erklärt.
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4%-Regel
Eine Faustregel aus der Trinity Study (1998) und Bengens Forschung (1994): Eine initiale Entnahmerate von 4 % des Portfolios, jährlich inflationsangepasst, hat historisch über 30 Jahre in allen US-Zeiträumen seit 1926 gehalten. Bei niedrigen Anleiherenditen oder außerhalb der USA kann die sichere Rate niedriger liegen.
Seit 2009 die pauschale Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland: 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag (= 26,375 %) ggf. plus Kirchensteuer. Wird auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne erhoben.
Eine statistische Methode, bei der aus historischen Daten (z.B. 54 Jahre MSCI-World-Renditen) mit Zurücklegen gezogen wird. Jedes historische Jahr kann mehrfach in einer Simulation vorkommen. Vorteil: Die reale Verteilung der Renditen bleibt erhalten, inkl. Fat Tails.
Entnahmestrategie, bei der das Vermögen in Zeithorizont-Töpfe aufgeteilt wird: kurzfristig (Cash, 1–3 Jahre), mittelfristig (Anleihen, 3–10 Jahre), langfristig (Aktien, 10+ Jahre). Entnahmen kommen aus dem kurzfristigen Topf, der periodisch aus den anderen aufgefüllt wird.
Die Verteilung des monatlichen Überschusses auf verschiedene Anlageformen (z.B. ETF, Tagesgeld, Festgeld) und die Reihenfolge, in der bei Defiziten Mittel entnommen werden. Kann in FinTrace automatisch oder manuell gesteuert werden.
Der größte prozentuale Rückgang vom bisherigen Höchststand innerhalb eines Vermögenspfades. Zeigt, wie stark ein Portfolio im schlimmsten Fall einbrechen kann, bevor es sich erholt. FinTrace zeigt Median-, P75-, P95- und Worst-Case-Drawdown.
Die progressive Steuer auf Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Gehalt), Rente und andere Einkunftsarten. FinTrace berechnet die ESt automatisch basierend auf Steuerklasse und Progressionsvorbehalt.
Die Methode, nach der im Ruhestand Geld aus dem Depot entnommen wird. FinTrace unterstützt vier Strategien: Konstante Entnahme, Prozentuale Entnahme (4%-Regel), Guardrail/Guyton-Klinger und Bucket-Strategie.
In FinTrace können Events aufeinander verweisen: Eine Gehaltserhöhung referenziert z.B. den bestehenden Job. Anpassungen können Delta (relativ), Absolut (neuer fester Wert) oder Ersetzungen (Jobwechsel) sein.
Eine Bewegung, die darauf abzielt, durch hohe Sparraten und Investitionen frühzeitig finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. FinTrace berechnet das FI-Alter — den Zeitpunkt, ab dem das Vermögen die Ausgaben dauerhaft deckt.
Dynamische Entnahmestrategie von Guyton & Klinger (2006): Die Entnahme wird um einen festen Prozentsatz erhöht oder gesenkt, wenn der Depotwert definierte Korridorgrenzen über- oder unterschreitet. Ermöglicht höhere initiale Entnahmeraten (5,2–5,6 %) bei kontrolliertem Risiko.
Steuer auf Erträge aus Kapitalvermögen: Zinsen, Dividenden, realisierte Kursgewinne. In Deutschland als Abgeltungssteuer pauschal 26,375 % (inkl. SoLi). Der Sparerpauschbetrag (1.000 € / 2.000 € für Paare) wird vorher abgezogen.
Ein statistisches Modell für Aktienrenditen: Kleine Gewinne und Verluste kommen häufig vor, extreme Ausschläge sind selten. Das Depot kann theoretisch beliebig steigen, aber nie unter Null fallen. Wird in FinTrace als parametrisches Renditemodell verwendet.
Eine statistische Methode, bei der ein Szenario tausende Male mit zufälligen Eingaben durchgerechnet wird. FinTrace erzeugt 1.500 Vermögenspfade mit zufälligen Renditen und zeigt die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Ergebnisse — statt einer einzelnen Hochrechnung.
Nominal: Euro-Beträge ohne Inflationsbereinigung (absolute Werte). Real: Kaufkraft in heutigen Euro (Inflation herausgerechnet). Für langfristige Vergleiche ist Real aussagekräftiger. FinTrace bietet einen Toggle auf der Ergebnisseite.
Statistische Kennzahlen aus den 1.500 Monte-Carlo-Pfaden. P50 (Median) = wahrscheinlichstes Ergebnis. P5 = nur 5 % der Pfade sind schlechter (pessimistisch). P95 = nur 5 % sind besser (optimistisch). Die Perzentilbänder zeigen die Bandbreite der möglichen Zukunft.
Der Anteil der Monte-Carlo-Pfade, in denen das Vermögen vor dem Horizont auf Null fällt. Gegenteil der Erfolgswahrscheinlichkeit. Eine Ruinwahrscheinlichkeit von 10 % bedeutet: In 150 von 1.500 Pfaden reicht das Geld nicht.
Eine Visualisierung von Geldströmen: Links stehen Einnahmequellen (Gehalt, Rente, Mieteinnahmen), rechts Verwendungszwecke (Ausgaben, Steuern, Investitionen). Die Breite der Flüsse entspricht dem jeweiligen Betrag.
Eine Was-wäre-wenn-Analyse, bei der ein einzelner Parameter variiert wird (z.B. Sparrate ±200 €) und die Auswirkung auf Endvermögen und Erfolgswahrscheinlichkeit gemessen wird. Der Tornado-Chart zeigt, welcher Parameter den größten Hebel hat.
Das Risiko, dass schlechte Renditen zu Beginn der Entnahmephase das Portfolio überproportional belasten — selbst wenn die Durchschnittsrendite langfristig stimmt. Ein Crash in den ersten Rentenjahren ist deutlich gefährlicher als einer in der Mitte.
Der steuerfreie Freibetrag für Kapitalerträge in Deutschland: 1.000 € pro Person (2.000 € für zusammenveranlagte Paare). Kapitalerträge bis zu diesem Betrag sind steuerfrei.
Steuer auf Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien innerhalb der 10-Jahres-Haltefrist. Wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Nach 10 Jahren Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei.
Seit 2018 werden bei Aktienfonds 30 % der Erträge freigestellt (steuerfrei), bei Mischfonds 15 %, bei Immobilienfonds 60–80 %. Kompensiert die Besteuerung auf Fondsebene. FinTrace berücksichtigt die Teilfreistellung automatisch.
Einkunftsart für Mieteinnahmen aus Immobilien. Wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Abzugsfähig: Abschreibung (AfA), Zinsen, Instandhaltung, Verwaltungskosten.
Eine jährliche Steuer auf thesaurierende Fonds, auch ohne Ausschüttung. Berechnung: Fondswerkt × Basiszins × 70 % × Teilfreistellung. Wird auf die spätere Veräußerungssteuer angerechnet. FinTrace berechnet die Vorabpauschale automatisch im Backend.
Der mathematische Effekt, dass die geometrische (tatsächliche) Rendite immer niedriger ist als die arithmetische Durchschnittsrendite: Geometrische Rendite ≈ arithmetische Rendite − σ²/2. Bei Aktien typisch 1–2 Prozentpunkte p.a.